Beege fotografiert bei OG projects

Dezember 06, 2017

 Kunstmagazin  „OG Projects" stellt sich vor. 1.Dezember 2017 Beege fotografiert des vollmundig angepriesene Kunstevent.

Jutta Spinners ehemaliges Atelier wird neue Location für Kunstevents. Der Eingang schickt einen gedanklich schon mal  in Alice's Wunderland. Pures Pink bis in den Innenhof. Das beeindruckt.

Strumbel rief und sehr viele kamen. Das Trio Artianale Strumbel-Armbruster-Waldvogel präsentiert das ambitionierte Magazin.   Jedoch gibt das Vorwort der Herausgeber zu grossen Hoffnungen Anlass. Das Interview mit Florian Waldvogel versinkt bisweilen in schöngeistigen Floskeln und erinnert an blumige  Vorreden zu Weinprämierungen und gerne hochdotierte Kunstausstellungen. Aber es wird offensichtlich auf Interesse stossen. Die Inszenierung der Zeitschriften Promotion selbst enttäuschte mich leider. Dem obercoolen Understatement war die Neuvorstellug ihres Magazins nicht mal eine Ansage wert.  Die Hefte liegen da einfach stapelweise herum.  Ein TRost: Im Atelier soll alle zwei Monate, jeweils zum Erscheinen einer neuen Ausgabe, ein Release-Kunstevent stattfinden. Man kann also gespannt sein.

Zur Vorstellung des neuen Kunst Magazins – die Form etwas angelehnt an Warhols legendäres INTERVIEW, nur eben kleiner und schlichter – zeigt Stefan Armbruster eine Ansammlung von Fotografien, denen eines gemeinsam ist: Der Fotograf versteckt sich meist hinter sich selbst fotografierenden Langzeitbelichtungen und wie aus der Hüfte geschossenen Schnappschüssen. Lediglich seine mit harmonischen Farbverläufen bestückten Leuchtkästen zogen den Blick an.

Trotzdem! Der Treff wird eine Bereicherung der Kunstszene in Offenburg und tut uns allen gut!


Angesprochen hat mich leider nur Foto. Vermutlich weil es mich verdächtig an den 68iger Bestseller von Carlos Castaneda erinnert…  ein Leib mit einem strahlenden Licht als Kopf. Armbruster kommt aus der Modelszene, wo überstrahlte Gegenlichtfotos mittlerweile rauf und runter dekliniert werden.

Und natürlich darf ein bisschen, wenn auch langweiliger Sex nicht fehlen, denn das verkauft! Lichtmalereien dieser Art sind ein beliebtes Mittel der Verfremdung von Bildinhalten in Bewegungsabstraktionen.  Zugegeben, deren Faszination unterliege ich bisweilen auch. Im Zusammenhang mit reellen Bildinhalten hat das für den Betrachter eine gewisse Faszination.  Jedes Bild für sich hat seinen Wert, kann der Betrachter doch in ihnen versinken und jeweils eigenen Gedanken nachhängen. Ob das allerdings nun die hohe Kunst der Fotografie ist, sei dahin gestellt und muss dem Einzelnen überlassen werden. Fest steht für mich, so viele und eng gehängte Bilder geben dem Betrachter keine Chance.

Nasskalte Novembernacht umfing das Haus Zauberflöte und liess es an diesem Abend gespenstisch einsam und verlassen aus dem Nebel auftauchen, der Lindenplatz menschenleer… kaum zu glauben, was sich da im Innenhof abspielte.

Wo kommen all die Leute nur her? Stefan Armbruster agglomerierte dieselben Fotos tapetenartig auf die Hofwände bis hinauf unters Dach… immer dieselben Kopien seiner Fotos haushoch geklebt, werden sie zur Tapete degradiert, zum Massenprodukt. Zugegeben, mit hohem Dekorationswert, aber eben auch nicht mehr.

Was die Offenburger aber nicht abhielt, in Massen hin zu strömen, um, wie sie glauben, Kunst zu erfahren. Mit sicherem PR-Gespür hat Willi Schöllmann das im Innenhof seiner Zauberflöte  installieren lassen.   Bar und Restaurant waren gerammelt, ja gefährlich voll, da gab es zeitweise kein Entkommen mehr! Und es wurde so richtig laut! Dort wurde weiter gefeiert bis in die Morgenstunden.

Von einer „rauschenden  Nacht der Kunst" wie es die regionale Presse hochjubelte, würde ich nicht gerade sprechen. Es war eben ein gelungener Aufruf zur Unterhaltung.  Bereits die Titel Wahl – OG Projecst – zeigt die Intention. Bilder, Werke und Besucher hochstilisieren. Warum auch nicht? Man zeigt sich, die Stadt Offenburg kann sich mal wieder aufgewertet fühlen. Was als grosses Kunst Event angekündigt war, entpuppte sich als PR-Instrument. Warum auch nicht!

Shakespeare berühmte Komödie lässt grüssen!

Beegee

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8 Comments. Leave new

Ulrich Spinner
07.12.2017 00:36

„Wo kommen all die Leute nur her?". Gute Frage. Erinnert mich an die kritische Frage einer Person aus der damals etablierten Szene, als der in der Gründung befindliche Kunstverein in einer öffentlichen Veranstaltung im Spitalspeicher sein Konzept präsentierte. Ich saß als eines der Mitglieder aus dem Gründungsvorstand auf dem Podium und spürte, dass die wenigen Gegner des Projekts einen Verlust ihrer Deutungshoheit befürchteten. Als ich – gefragt nach den Zielen – u.a. sagte, dass man natürlich möglichst viele Besucher anziehen wolle, kam der hämische Kommentar: „Aha, Abstimmung mit den Füßen!". Ich habe geantwortet, dass eine große Zahl von Besuchern natürlich kein Qualitätskriterium sei, aber umgekehrt eine kleine Zahl auch nicht zwangsläufig für elitäre Klasse bürgt.

Es ist doch ganz einfach: Manche kommen erst einmal nur wegen der Party: „So what"? Einige davon mutieren dann zu ernsthaften Interessenten.

Ich fand es toll, dass ich viele mir unbekannte junge Besucher getroffen habe. Eine würdige Reminiszenz und Hommage an meine verstorbene Frau, die es – wie Strumbel – verstand, das Publikum zu mobilisieren. Es war immer das Bemühen junge Talente zu fördern und junges Publikum zu erreichen. Das funktioniert (in diesem Fall blendend) nur mit einer Portion „Inszenierung" und „PR". So schafft man die Basis für weitere erfolgreiche Projekte.

Natürlich mag man sich über Inhalte mokieren. Das befeuert den Diskurs und sorgt für produktive Auseinandersetzung in der gar nicht so drögen Offenburger Szene.

Wird es glaubhafter, wenn ein Profifotograf kritisiert, der früher nicht für „Magnum" sondern für die eher kommerziellen Magazine von Burda gearbeitet hat?

Was mir echt auf den Wecker geht, sind solche Formulierungen:

„alles, was glaubte Rang und Namen zu haben kam… "

Wenn, was ich bezweifle, diese Leute den Kommentar gelesen haben, was werden die nun tun?

Als Hohlköpfe und Hochstapler entlarvt, reuig und einsam künftig zu Hause in ihre Kissen flennen? Die „Zauberflöte" künftig meiden?

Da brauche ich nicht Shakespeare für eine Interpretation. Goethe genügt:

„Über allen Gipfeln ist Ruh …"

Die kehrt dann wieder in Offenburg ein. „Heimat" funktioniert dann vielleicht wieder nach dem alten Schema: Über „Rang" und „Namen" entscheiden dann wieder geschlossene Zirkel.

Wie auch immer. Dank für die Bilder und die Reportage

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Im Übrigen wußte ich gar nicht, dass in Offenburg ausschliesslich Hofberichterstattung erwünscht ist…

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Ulrich Spinner
10.12.2017 00:05

Komisch. Werbetext auf dieser Seite: „Bei Beegee können sich alle in guten Händen wissen, wenn sie besonders schöne und lebendige Bilder von sich wünschen". Da wird aus jedem häßlichen Entlein eine Schönheit: „Ich behaupte, dass jeder Mensch schön sein kann."

Das Repertoire eines „Hoffotografen", der nun auch in die Rolle des Berichterstatters schlüpft. Das nehme ich nur ernst, wenn er nach dem nächsten Auftrag ohne „Hofberichterstattung" schreibt: „Die Braut sah furchtbar aus".

„Bilder, Werke und Besucher hochstilisieren. Warum auch nicht? Man zeigt sich, die Stadt Offenburg kann sich mal wieder aufgewertet fühlen."

Glaubhaft „hochstilisieren" darf nur Beegee? Diese Art von „Hofberichterstattung" hat ja ihren Preis. Das professionelle Gewinninteresse des Fotografen ist ja auch legitim.

Ich hatte noch nie etwas gegen kritische Berichterstattung. Ich habe aber etwas dagegen, wenn man die Dinge nicht klar trennt:

Entweder ist man professioneller Fotograf, der täglich Kompromisse und „Hofberichtersttung" machen muss, weil er ja seine Brötchen vedienen muss.

Oder man geriert sich als objektiver und dann aber auch unabhängiger Kunstkritiker.

Sollte in Zukunft der Schwerpunkt auf diesem Metier liegen, stehe ich gerne für jeden Disput ohne jede Art von „Hofberichterstattung" zur Verfügung.

Antworten

Ich möchte klar stellen, dass ich in keiner Weise den Anspruch habe, Kunstkritiker zu sein. Das ist nicht mein Metier, dazu bin ich wirklich nicht unvoreingenommen genug. In meinen Dokumentationen schildere ich lediglich meine persönlichen Eindrücke. Sie haben recht, ich hätte in meinem Beitrag Ausstellungsstücke und Ambiente besser trennen sollen. Und Sie haben recht, was meinen Brotberuf anbetrifft, auch wenn Sie nur die eine Facette recherchiert haben und übersehen, dass die Welt nicht nur aus Burda besteht. Ich kann sehen, dass auch Sie nicht gut trennen können. Eine professionelle Auftragserfüllung ist nicht mit Werken zu vergleichen, die in einer Ausstellung als Kunst gelten sollen. Äpfel und Birnen sind nun mal nicht nur geschmacklich verschieden und doch ist beides Obst. So sehe ich das auch mit der Kunst in der Fotografie. Es ist sowieso schwer, zu erkennen, wann ein Werk zur Kunst wird. Und das ist eben nicht nur in der Fotografie so. Ich bewege mich mit meinen eigenen Bildern tatsächlich auch auf einem schmalen Grat, was mich aber nicht davon abhältauch selber zu zeigen ( und zu schreiben) was mir gefällt. Gerne sehe ich Ihrem objektiven Blick in einer meiner Ausstellungen entgegen.

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Ulrich Spinner
10.12.2017 02:21

Akzeptiert. Es ist nicht fruchtbar, wenn im vermeintlich eher kleinen Kosmos Offenburg die Kreativen aufeinander los gehen. Bei allem Respekt vor der lokalen Szene: Jutta Spinners Atelier war ganz sicher ein wichtiger lokaler Treffpunkt, aber eben auch mehr. Ich könnte viele überregionale Prominenz aufzählen, die sich da immer wieder ganz privat einfand.

Richtig auch: Die Welt besteht nicht nur aus „Burda". Das übersehe ich nicht im mindesten. Dass es aber in Offenburg mit dem Kunstverein seit fast 25 Jahren eine Institution gibt, die eine beträchtliche überregionale Ausstrahlung hat, ist zum großen Teil der großzügigen und diskreten Förderung durch Hubert Burda (insbesondere in der Gründungsphase) zu verdanken. Jeder, der Hubert Burda persönlich kennt, weiß übrigens, dass er locker und sehr bewusst zwischen „Welt" und „Heimat" pendelt.

In der Kunstszene tun das erfolgreich auch Armbruster und Strumbel.

Gerne schaue ich mir auch Ihre Ausstellung bei Gelegenheit mit „objektivem Blick" an.

„Äpfel" und „Birnen"? Ich frage mal meine Freundin Gabi Streile. Die schafft es sicher, aus dem Gegensatz ein harmonisches Bild zu malen.

Ich schaue täglich auf ein grandioses Bild von ihr: Zwei ziemlich monumentale Kastanien. Eine außen stachelig und geschlossen, die andere offen mit Blick auf die innen liegende Frucht.

Das hat Symbolik.

ch weiß aber auch, dass die Offenburger

Ulrich Spinner
10.12.2017 02:26

P.S.: Nach „Symbolik" steht versehentlich noch ein Satzfetzen, den man ignorieren kann.

OG Projects
09.12.2017 12:50

danke bz ! @beegeeee gute Besserung !

Über die Grenze

Wer schon immer wissen wollte, wie’s im Wohnzimmer von Gastronom Willi Schöllmann aussieht, ist vielleicht seit Donnerstagabend schlauer. Die ARD zeigte da den Action-Krimi „Über die Grenze – Gesetzlos", der im Frühjahr in Straßburg, Kehl und Offenburg gedreht wurde. Im April war Familie Schöllmann aus ihren vier Wänden ausgezogen, weil dort die Szenen in der Wohnung des „Über die Grenze" ermittelnden Kommissars gedreht wurden. Allerdings haben selbst die Schöllmanns, wie wir auf Anfrage erfuhren, ihr Heim im Film kaum wiedererkannt. „Die haben viel umgestellt und neu möbliert", erklärt Willi Schöllmann. Wer nochmal in die vermeintliche Privatsphäre spickeln will, hat am kommenden Donnerstag erneut Gelegenheit dazu. Um 20.15 Uhr geht die ARD erneut wieder „Über die Grenze".

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OG Projects
09.12.2017 12:51

„Wirklich originell und urban", so lautet das Urteil eines Neu-Offenburger Schriftstellers, der 15 Jahre in Paris und die vergangenen zehn in Nizza verbracht hat, über das neue Kunstmagazin OG Projects. Am vergangenen Freitag haben die Magazinmacher Strumbel, Armbruster und Waldvogel ihr ambitioniertes OG Projekt mit einer Fotoausstellung im Atelier der 2013 verstorbenen Künstlerin Jutta Spinner vorgestellt. Anschließend wurde in der Zauberflöte künstlerisch wertvoll weitergefeiert. Vielen tut der frische Wind des OG Projects gut. Eine übellaunige Einzelstimme, die wohl nur graswurzelige Offenburg-Storys gelten lässt, gab es im Netz auch. Aber die litt da wohl an Friday Night Feve

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