in HUBBLE oder der Blick in die Tiefe

Februar 15, 2016

EINE REISE INS INNERE DER KÜNSTLER

Beege fotografiert ein VIA-Offenburg Event – 2 junge Künstler, Vincent Krüger und  Elias Errerd stellen aus.

Dort in die Tiefe des Weltalls, hier in die des eigenen Inneren der beiden…

frei für VIA und deren PR-Zwecke. Sonstige Veroeffentlichungen nur gegen: Nennung, Honorar, Beleg an: Beege-Fotodesign Renchtalblick 44, 77767 Appenweier, Konto 6248322 BLZ 66490000 Volksbank Offenburg IBAN DE81 6649 0000 0006 2483 22 BIC: GENODE61OG1

Der Raum:
ein offenes Atelier, klein aber gut für Hundert Leute, Werkstattatmo, raumhohe Fabrikfenster.
Die Atmosphäre:
gemütliches Mobiliar, einladend, locker… zwanglos.
Das Buffet:
liebevoll gerichtet und vielfältig. Zum Prosten und Knabbern, zum Schlabbern,  und Kosten.
Die Besucher:
bunt, studentisch, jung und alt und solche wie mich, die eben einfach länger jung geblieben sind, Freunde, Verwandte, an dieser anderen Kunst Interessierte.

An den Wänden:
… die Bilder. Fein gerahmt in Hand gefertigten Holzverschalungen unter Glas präsentiert wie wertvolle Geschenke. In der Tat, man ist wie magisch angezogen, die Blätter genauer, näher zu betrachten, um überhaupt erst in deren Bann gezogen zu werden. Mitten im Raum der Tisch mit dem eigentlichen Werk der beiden Künstler. Ein schwarzes Heft, handgebunden, handgedruckt, jede Seite ein Unikat. Geblättert darin wird nur mit schwarzen Stoffhandschuhen, um die wertvollen Drucke zu schonen.

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Die Laudatio:

DerText von Michael Canz,  sehr schön geschrieben – bei der Rede leider nur etwas unvorbereitet abgelesen –  hat mich bereits „vorgewarnt", welche Tief- oder gar Abgründe ich in meinem Inneren All frei setzen werde, wenn ich da hineinschaue in deren Drucke. Allesamt Einzelstücke. Es ist offensichtlich ein Anliegen der beiden, einem die Werke vorzusetzen als das, was in ihnen beim Erschaffen hochstieg und es dann ganz allein dem Betrachter zu überlassen, was in ihm an aufkeimenden Alusionen kommt.

Mir erging es so, das ich anfangs dachte, ja, schön und gut, angenehm gedeckte Farbwahl, Formen in- und über und untereinander gelegt, in sorgfältiger Überlagerung durch die selbst gebaute Druckerpresse gedrückt…

Als ich versuchte, die Drucke im Bild fest-zu-halten, begegnete ich den Bildern, Formen und farblichen Überlagerungen  dann  nah, ganz nah und bewußt. Ich begann, die Bilder fotografisch mal wieder mit Langzeitbelichtungen in den Menschen hinein zu verwischen.

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Im Nahbereich erkannte ich tatsächlich Formen wie Sonnen, Mondsicheln, Wellen, Leere, dunkle Stellen in die man versinken konnte. Plötzlich verstand ich die von mir anfangs bezweifelte  Verbindung vom Hubble Weltraumteleskop zu diesen geruckten Flächen.  Ich wurde quasi selber vom Tele- zum Mikroskop. Wie vieles im Leben erkennt man es erst, wenn man sich darauf wirklich einlässt,  z.B.in eines dieser Werke.  So können wir tatsächlich auch im Kleinen das Große erkennen. Meine Fotos helfen mir dabei, in diese „Hubbelschen" Darstellungen  pantasievoll einzudringen.

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Errerd-Krüger mag es bei der Schaffung dieser Drucke bereits ähnlich ergangen sein. Und in der Tat kommt in mir der Gedanke an das Prinzip der Entsprechungen: Wie oben – so unten, wie unten – so oben, Wie innen – so aussen, wie aussen – so innen, wie im Großen – so im Kleinen.
Für alles, was es auf der Welt gibt, gibt es auf jeder Ebene des Daseins eine Entsprechung ( nach Hermes Trismegistos) Die Wissenschaft, allen voran Jean Emile Charon fand wissenschaftlich belegt heraus, dass in jedem Menschen das ganze Universum an Teilchen zu finden ist. Jeder Mensch ist also in sich ein kleines Universum mit allen göttlichen Anteilen. Das ist jetzt sicherlich etwas von hoch hergeholt, aber es zeigt, dass der Ansatz von Vincent und Elias nicht nur so aus der Luft gegriffen ist.

VIA wird langsam aber sicher zur Institution!

Das freut mich ganz besonders. Sie leben vor, was Szene sein kann. Selbst in Offenburg. Und diese studentische Initiative zeigt auch wie Großes einmal klein anfängt. Die Preise für diese wunderbare Kunst sind hier noch moderat und wer erst einmal durch genaueres Hinsehen erkennt, was junge Künstler zu bieten haben, der ist gern gesehener Unterstützer unseres Vereins für unsere grössere Idee: Schaffung eines Kultur und Kunstreativzentrums  für Offenburg. So wie VIA – Visonen-Ideen-Akademie  es bereits vorlebt.

Der Einführungstext fasst zusammen, was dort Sache ist:
VIA, die Visionen und Ideen Akademie, versteht sich als Drehscheibe für Kunst, Kultur, Literatur und Musik in und um Offenburg. Was als innovatives Projekt im Rahmen einer Bachelorarbeit an der Hochschule Offenburg entstand, hat sich für Kulturaffine, Kreative und Freunde mehr und mehr zu einem gefragten Treffpunkt entwickelt. Die Vermittlungsarbeit  beschränkt sich hierbei/dabei längst nicht mehr auf den alleinigen Konsum von Kultur, sondern ist Austausch geworden. Auf diese Weise ist ein dynamisches und kommunikatives Kulturnetzwerk entstanden, das neuen Ideen und Visionen, etwa im Rahmen von Veranstaltungen, Workshops, Ausstellungen und Coworking Partnerschaften Raum gibt.

Den ganzen Abend über beobachte ich die Leute, wie sie schauen, neugierig sind, sich angeregt unterhalten, Gedanken über die Exponate austauschen. Wie immer sehe ich mich auch ein wenig als „Berichterstatter" in der einen oder anderen Welt Offenburger Kunst.

Ich sage das keinesfalls allgemein wertend! Was Kunst Präsentation angeht ist Offenburg gut aufgestellt. Es gibt Das Museum, das 77770 für aktuelle KunstKünstlerkreis, den Kunstverein, die Städtische Galerie, die kleinen Galerien, wie z.B. Marx Galleries und noch mehr, wo sich die Arbeiten der etablierten Künstler und deren Gäste zeigen. Die sind in der Ortenau gut vertreten. Dafür sind wir alle sehr dankbar. Aber ich komme nicht umhin zu bemerken, dass eben die Arbeiten der jüngeren Szene, die Plattformen für etwas alternativere Künstler und Events noch Mangelware sind.

Aber es tut sich was in Offenburg!

Veranstaltungen wie die von der Stadt organisierten  offenen Ateliers Offenburg( OAO ) belegen das. Nicht zuletzt durch die intensive Arbeit des Vereins Spinnerei-Kreativraum am Mühlbach macht sich die Stadt nun endlich zum Ziel, Räume zu finden, in denen sich so ein für alle offenes Kunst- und Kulturzentrum  etablieren kann. Zwar nun leider nicht in den Räumen der Denkmal geschützten alten Spinnerei, aber doch in denen des Alten Schlachthofes.

In diesem Rahmen ist  die „Hinterhofwerkstatt"  VIA in der Franz-Volk-Str. 8a inzwischen ein leuchtender Stern.

 

 

Die Werke von Vincent und Elias werden ab 15.2. 2016 weiter ausgestellt im Café Kakadu, wo auch die Finissage am 27.3. stattfinden wird.

 

6 Comments. Leave new

Meine liebste morgendliche Zeitung. Wenn mans denn so nennen kann. So viele schöne Menschen auf einem Haufen. Schon alleine die Kunstinteressierten sind ein Kunstwerk für sich. Zumindest wenn du auf den Auslöser drückst!

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Wilfried Beege
16.02.2016 12:20

Danke, schön von Dir zu hören.

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Vielen Dank Beegee! Dein Beitrag beschreibt sehr schön, dass man Kunst vertrauen kann. Welche Eindrücke sich erschließen können und was passieren kann, wenn eine Auseinandersetzung stattgefunden hat.
…sehr nice ;)

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Es ist aber auch so, dass das Verhältnis des Betrachters zum Werk eine grundsätzliche Bereitschaft zum sich Einlassen voraussetzt. Wie oft habe ich erst gar keinen Zugang zu einem, meist abstrakten Kunstwerk und ich stehe verständnislos vor so manchem hochgelobten Bild… Leider wird in zu vielen Vernissagen hochdotierte Kunst mit hochtrabenden Worten und reine akademische Hirngespinste hochgeredet..
Bei Euch aber erschloss sich dann ein Weg zum Werk, den ich nicht auf dem Schirm hatte.
Vincent, es wird Zeit, dass Ihr Weiteres, Anderes oder auch Neues zu schafft.

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Ausstellung InHubble – Vincent Krüger
30.05.2017 14:50

[…] Auf Berges Blog könnt ihr mehr darüber lesen. […]

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Wer sich dafür interessiert: Es ist unter „Beegee bloggt" : http://beege.de/beegee-bloggt/hubble-oder-der-blick-die-tiefe/

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