Licht + Reflex = Fotos, Superfotos allüberall!

Januar 02, 2015
 

LICHT + REFLEX = FOTOS! interessieren Sie solche Bilder? Wollen Sie gerne spielerisch selber solche Lichtmalereien erzeugen? Es genügt, seinen Fotoapparat dabei zu haben und fähig zu sein, in Gesellschaft fragende bis ungläubige Blicke auszuhalten… das Ergebnis sind eindrucksvolle Spielereien mit Licht. Wie das geht?  » weiterlesen

Beegees Fototipps für alle, die gerne fotografieren, Ideen suchen, experimentierfreudig sind, Zeit haben oder… denen bei einer Veranstaltung oder einem Fest schlicht langweilig ist bei Tisch….

Kennen Sie das? Sie sitzen in einer Runde von Menschen, oder hören ein eindrucksvolles Violinkonzert bei einem Galadiner. Ihre Tisch Nachbarn unterhalten sich in einer Servierpause angeregt, oder im Bierzelt oder einer Kneipe langweilt der laute Umtrieb und Sie würden gerne lieber fotografieren als herumitzen? Da habe ich eine Idee…

Man braucht nämlich gar nicht aufstehen und woanders hingehen, um das zu tun.

Vor mir stehen Gläser aller Art. Für Weine, Wasser, Bier. Vielleicht geschliffen aus Kristall oder glatt. Egal. Jedes Glas hat seine eigenen Reflexe. Zunächst hebe ich ein Glas vor mein Auge und ich schaue gegen eine Lichtquelle. Lampe, Deckenbeleuchtung, Lüster, Kerze. Ich führe das Glas bis ganz nah an mein Auge. Bewege es davor hin und her. Kippe es leicht, schaue auch mal ins Glas hinein… immer gegen das Licht! Für die Umsitzenden mag es vielleicht aussehen, als ob ich gerade zu tief ins Glas schaue, aber ich sehe bereits da jede Menge Reflexe sich verzerren, verschwimmen, reflektieren. Besonders, wenn im Glas auch noch ein paar Tropfen zusätzlich wie kleine Prismen Licht einfangen. Gerade darin verstärken sich die Reflexe und sind u.U. heller als das ursprüngliche Licht im Hintergrund.

Wenn ich meine Augen zu engen Schlitzen zukneife, ändern sich die Reflexe und auch die Kontraste im Glas. Nun nehme ich meine Kamera, vorzugsweise mit einer etwas längeren Brennweite, schalte den Autofocus ab…  Kamera auf eine hohe Lichtempfindlichkeit einstellen. Wichtig: Autofocus ausschalten! Zunächst Focus auf unendlich scharf drehen und das Objektiv bis an- oder sogar in ein Glas halten ruhig die mögliche Nahgrenze per Hand überdrehen, also näher ran, als es das scharfstellen erlaubt. Am Besten gleich fast ran ans Objektiv! Evtl. Gegenlichtblende entfernen, weil sonst, insbesondere bei Makroobjektiven die Nahgrenze nicht unterschritten werden kann.  Wichtig: Vergiß konventionelle Vorgaben zur Kameraeinstellung und schau durch den Sucher.  Voraussetzung ist allerdings eine Kamera, in der man das Bild auch durch das Objektiv sieht. Also am besten eine Spiegelreflexkamera. Dann kann man besser beurteilen was zu sehen ist.

Aber sicher geht das auch mit kleineren Digitalen Kameras, die das Bild nur über den Monitor zeigen. jedenfalls die Schärfe manuell bedienen.  Hat das Objektiv auch noch eine Makroeinstellung, wird die Spannweite der Möglichkeiten ungleich facettenreicher.  Den Focus absichtlich komplett verdrehen, beobachten, was dabei geschieht. Besonders eindrucksvoll eignen sich geschliffene Kristallgläser, die noch einmal mehr Lichtblitze verursachen, welche in der Unschärfe , also  in der bewußt unscharf gehaltenen Focusebene noch mehr Möglichkeiten bieten. Das Objektiv ganz nah, auch mal bis direkt an den Glasboden führen. Man sieht schon im Sucher, was sich alles ändert. Kamera in verschiedene Richtungen halten, auf verschiedene Lichter zu, durch die Seitenwand, oder gar durch zwei Gläser hindurch… alles ausprobieren.

Oder in der freien Natur: Such Dir ein kleinformatiges Motiv wie Blatt, Blätter, filigrane Natur und schau die auf diese Art direkt gegen eine Lichtquelle an. Sonne, Sonnen Reflex in einer Autoscheibe ist besonders geeignet, weil der die Sonne meist in Augenhöhe zur Kamera reflektiert. Das Motiv total auf die nächste Scharfeinstellung setzen und direkt durch das Blatt etc. anvisieren. Da staune ich immer wieder, was da in der Kamera alles passiert…

Auch die Blende mal ganz offen 0der mehr geschlossen einstellen. Die Reflexe in der Unschärfe zeigen sich so ganz wunderbar und werden dann grösser oder kleiner. Je lichtstärker ein Objektiv ist ( z.B. das 50mm 1:1,4 oder das 90er mit 1:1,8 !), desto schöner, sanfter wird der Flair eines Objektives bei offener Blende. Das Ganze kann noch gesteigert werden, wenn man ein Zoom mit längerer Brennweite oder gar ein Makroobjektiv von etwa 100mm sein Eigen nennt. Das steigert solche Versuche noch ins Unendliche. Bei der Belichtung der Fotos einfach die Automatik der Kamera benutzen. Eventuell etwas unterbelichten… Den Weißabgleich unbedingt auf Kelvin manuell einstellen, denn die Automatik killt meist die angenehme, warme Farbe von Kunstlichtlampen. Ich sage es noch einmal: manuell (un)scharf stellen!

Das Geheimnis solcher Reflexbilder ist das Beobachten, das Sehen und das Auslösen im interessantesten Moment. Die Fotos machen sich dann wie von selbst und immer anders. Wenn z.B. das Saallicht abdunkelt, weil wieder eine Stück Musik aufgeführt wird, oder ein Geburtstagsständchen gesungen wird, ergibt das im Dunkel dann noch kontrastreichere Bilder und besonders wenn nur eine Kerze oder gar eine Wunderkerze als Lichtquelle dienen, zerspringt das Licht im Glas in tausend funkelnde Blitze, die dann – bewußt in die totale Unschärfe gelegt – auch noch in Spektralfarben leuchten können. Zuhause dann am Computer noch die Gradationskurve etwas bis stark steiler ziehen, dann kommen die Reflexe noch prägnanter. Dass man solcherlei Experimente auch zu Hause und überall durchführen kann… eh klar!

Fragen? mail@beege.de

Ausprobieren! Neues entdecken!

– Beegee –

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