Reportage einer Ballonfahrt über den Breisgau

Juni 02, 2015
Ich hatte immer einen Traum.

Den Traum vom Fliegen können.

Am 26.Juni geht er in Erfüllung.

Endlich! Der Himmel als Geschenk. Einsteigen und Abheben zur Ballonfahrt …zumindest stellte ich mir das so vor…

Morgens um 5 geht es los.

Ballonfahrt_beege_foto_events_001
…der Wald steht still und schweiget und aus den Wiesen steiget, der weisse Nebel wunderbar…
Ballonfahrt_beege_foto_events_015

Aber erst mal heißt es: ohne Fleiß kein Preis! Treff, Anfahrt, Startplatz suchen. Den rechten Wind erspüren, mit einem Kinderluftballon testen.

Die Crew flösst uns Vertrauen ein: Norbert und Steffen, 2 Männer wie Bäume – echte Haudegen -, lassen uns, Frank und Silke, Carsten, Miriam und mich, ungerührt Hand anlegen. Ein Glück, dass ich meine Kamera habe, das erspart mir das Heftigste.

Ballonfahrt_beege_foto_events_006
Ballonfahrt_beege_foto_events_026

Der zentnerschwere Korb, die brutal schweren Gasflaschen, die Tasche mit 160 Kilo Ballonseide will erst mal auf die Wiese gehievt sein!

Und so ein Seil mit Händen zu halten, das den 6 Tonnen Luft fassenden Heißluftballon erst bändigen muss, bis die heisse Luft ihn langsam vom Boden abheben lässt geht ganz schön in die Knochen!

Mitfahrer Frank kann ein Lied davon singen!

Umgeben von einer Morgenstimmung wunderschöner Dunstlandschaft und genau im Moment der aufgehenden Sonne steigen wir erwartungsvoll zu sechst in den engen Korb und dann langsam in den Himmel.

Dieser Moment ist der erhebendste im wahrsten Sinne des Wortes. Tatsächlich entschwebt man gleichsam der Erde. Ich spüre ein seltsam elektrisierendes Gefühl im Magen. Seit vielen Jahren träume ich immer wieder, dass ich fliegen kann. Ja, ich kann!

Die aufgehenden Sonne, die die Landschaft in zauberhafte Gemälde verwandelt wirft lange Schatten von Busch und Baum, nuanciert das Land in tausend verschiedene Grüntöne. Unvergleichlich schön anzuschauen. Spielzeug-klein, was der Mensch gebaut. Legoland in echt.

Die Stille wird nur unterbrochen vom Fauchen der Flammen über uns, die uns immer höher tragen. Lehrreich die Ausführungen unseres Piloten Norbert. Er ist Balloteam BLAU und führt uns vor, wie er mit geschicktem Steigen und Fallen die verschiedenen Windschichten so ansteuern kann, dass man tatsächlich nicht nur vom Winde verweht wird, sondern die Reise des Ballons lenkt.

Bis auf 1.500 Meter steigen wir und wieder bis ganz tief runter, begrüssen winkende Menschen am Boden und steigen wieder auf. Im Korb herrscht Windstille. Kein Wunder, haben wir doch stets dieselbe Geschwindigkeit wie der uns treibende Wind. Fast hat man den Eindruck, man steht am Himmel. Nur am Schatten des Ballons tief unten auf der Erde kann man erkennen, wie rasch er dahin treibt.

Unten folgt uns miniklein der bullige Van mit Anhänger, der uns bald wieder aufgabeln wird. Viel zu schnell ist die Flugzeit um. Wir sinken auf ein riesiges Maisfeld zu, mittendrin ein Feldweg…

Genau da setzt unser Gefährt sanft auf. Nix da mit Meterweit am Boden schleifenden Korb, wie wir das in Filmen gesehen haben oder aus Erzählungen anderer.

Norbert ist das Ballonteam Blau – er ist einfach ein erfahrener Ballonfahrer.

 

Ballonfahrt_beege_foto_events_359

Kaum beginnen wir, die riesige Ballonhülle zu „entlüften" ist auch schon das Teamauto da. Auf dem Weg zurück wird im „s'Wirtschäftle" am Tunisee eingekehrt und eh wir uns versehen, finden wir uns kniend im Gras, ergeben die Zeremonie der Ballonfahrertaufe über uns ergehen lassend, welche wir dann auch mit einer liebevoll geschriebenen Urkunde und einem obligatorischen Gläschen Sekt besiegelt bekamen.

Danke Norbert, Danke Steffen, für dieses unbeschreibliche Erlebnis. Dank auch an meine Familie, welche mir dieses wunderbare Geschenk gemacht hat!

Nun ist es leider so, dass ein Traum, der in Erfüllung geht, irgendwann auch vorbei ist. Was bleibt, sind unglaubliche Eindrücke, Bilder dieses unvergesslichen Erlebnisses von bleibendem Wert.

Ballonfahrt_beege_foto_events_270

Eines ist mir oben im Himmel mal wieder ganz klar vor Augen geführt worden:

Wir beschleunigen unser Leben, aus Angst, etwas zu verpassen. Indem wir es aber beschleunigen, verpassen wir das Leben.

-Ein Buch zu diesem Thema –

1 Comment. Leave new

Josef Erdrich
04.07.2015 09:26

Sehr geehrter Herr Beege,

das ist eine wundervolle Darstellung.
Vielen Dank und viele Grüße

Josef Erdrich

Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.