Beege fotografiert Event AENNE Burda, Der Film

November 23, 2018

AENNE Burda Die Wirtschaftswunderfrau. Glamouröse Filmpremiere in Offenburg.

Also das war ein Schauspiel weit über 1200 geladene Gäste, roter Teppich, Original Coverbands der 40er Jahre, sämtliche von Aenne Burda persönlich gefahrene Autos, Riesenbilder aus ihrem Leben in Halle und Saal, Cocktails, Fingerfood, Abendessen, Nachtisch von unzähligen flinken Händen durch die Menge getragen und angeboten… immer zwischenrein… Unzählige Gäste aus der Offenburger Schickeria und ein sichtlich gut gelaunter BURDA Clan mitsamt dem kompletten Filmteam… das war die eine Seite.  Gleich gewonnen hat der Abend, als ich Frau Burdas alten VW Käfer sah, der da am Eingang zur Messehalle malerisch stand:

Zunächst mussten wir erst mal warten… es war eisig kalt, aber kurzweilig genug, denn es gab ja jede Menge zu sehen. Die alten Autos,  alte und junge Mitarbeiter, Freunde aus der Zeit eines/r jeden. Fast war es wie ein „KLassentreffen". Mit grossem Hallo begrüssten sich der halbe Verlag Aenne Burda der 70er bis 90er Jahre. Kein Wunder, hatte ich doch 20 Jahre lang bei Aenne als ihr Cheffotograf fungiert. Da bekam man so allerhand direkt mit und vor allem ab! Erinnerungen wurden gewälzt, Anekdoten erzählt…

und dann: DER FILM!
Erstaufführung der beiden Teile.

Auch wenn es zunächst keinerlei Ähnlichkeit der beiden Frauen zu entdecken gab…

Aenne Burda ( etwa 1971)                                                      Katharina Wackernagel

Je mehr ich in den gut erzählten Film hineingezogen wurde, desto stärker wandelte sich die Schauspielerin und bald hörte ich in ihr die echte Aenne. Ich war sehr positiv überrascht, wie gut sich die Schauspielerin Wackernagel in diese Rolle eingefunden und diese dann auch unglaublich echt verkörpert hat! Eine fulminante Aenne! Es war so bewegend und auch authentisch, dass mir altem Sack, der sich über den Dingen in Bezug auf BURDA stehen fühlt, sogar ab und an die Tränen kamen. Soviel Gefühl kam da hoch. Unglaublich!

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Hubert Burda sprach eine launige Einführung und wir hätten ihm noch stundenlang zuhören können. Er zeigte sich umwerfend badisch und auch bei der Podiumsdiskussion mit dem Filmteam erheiterte er den Saal, wir bekamen etwas mit vom Dreh  und Hintergrundinfos. Einen detaillierteren Bericht in der Badischen Zeitung gibts hier zu sehen. Die Filmgeschichte kann man hier lesen.

Mein Lieblingszitat von Hubert Burdas Äusserungen bei der Diskussion erntete tosenden Beifall imPublikum:

„Ich seh die Katharina und ich denk: Ha, des isch mei Mudder."
Hubert, der gestand, dass er als s'Hubertle mit 10 unsterblich in seine Mutter verliebt war. Damals hatte Aenne gerade das Alter, das Katharine im Film hatte. Und mit Blick auf Katharina Wackernagel: „Dass ich Simpel jetzt 78 bin, isch natürlich ein Regiefehler."

Und mal abgesehen vom Untrehaltsamen, Historischen, hat der Film unbedingt auch einen höheren Wert. Er ist meiner Meinung nach sogar ganz wichtig! Jedes Mädchen im gesellschaftspolitisch erwachenden Alter sollte sich den anschauen. Eine bessere Praxis für Selbstbewußtsein und Durchsetzungsvermögen im Alltag bekommt man nicht vorgeführt.  Ganz ohne Lehrmeinungen, Kommentarjournalisten und Emanzipationsgerede. In einem Film, der so nah an der – mir bekannten – Warheit liegt, dass es einem die Gänsehaut runterjagd. Spannend ist er allemal!  Tenor: Aenne hat sich nie für Frauenrechte interessirt, an keiner Frauenbewegung teilgenommen. Sie hat das einfach gelebt! Ohne viel nachzudenken. Sie musste sich nicht erst emanzipieren, sie war emanzipiert ohne für Frauenrechte zu kämpfen. Sie hat sie mit ihrem ganzen Wesen personifiziert!

Nach der Vorführung gabe es eine Podiumsdiskussion, in der wir erfuhren, wie der Dreh zustandekam und wer alles mitgearbeitet hat. Hubert Burda hat in sehr bewegenden, recht launigen Worten den Film kommentiert. Und er hat in einer kleinen Zwischenbemerkung in typisch badnerischen Worten mit viel Humor festgestellt, dass sein Vater im Film etwas schlecht abgeschnitten hätte… denn alle Gefühle der Zuschauer gehen natürlich zu ihr. Und selbst wenn sie in ihrem bisweilen abgrundtiefen Zorn mal negativ rüberkam, erlebte der Zuschauer nur den Zorn der Gerechten! Diesen „Glorienschein" hat Aenne auf jedenfall verdient.
Es lohnt sich allemal, diesen Zweiteiler im Fernsehen anzuschauen.
Ein wichtiger Film für sozial erwachende junge Frauen! Kommt Anfang Dezember  in SWR3 !

Teil,1   am 05.12.2018 und Teil 2 am 12.12.2018

Infos über die Sendezeiten  und vor allem über die Mitwirkenden und Macher*Innen des Filmteams könnt Ihr hier einsehen.

Schauspieler: Katharina Wackernagel (Aenne Burda), Fritz Karl (Franz Burda), Luise Wolfram (Edith Schmidt), Annika Olbrich (Lise Schneegass), Martina Eitner-Acheampong (Martha), Jean-Yves Berteloot (André Lambert), Hansa Czypionka (Hans Kuhn)
Kamera: Bella Halben
Produktion: Polyphon Pictures

Disclaimer: Sollte jemand ein Bild dieser Serie nicht veröffentlicht sehen wollen: Mail an mich mit dem Dateinamen des Bildes an mich genügt ( mouse over auf den kleinen Bildern im BildPortal), dann nehme ich das Bild umgehend heraus.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

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Marion Wenz
23.11.2018 12:23

Beegee, mir geht das Herz auf bei dem WIE und WAS du schreibst. Jetzt habe ich auch Gänsehaut! Für Offenburger ist der Film auf jeden Fall Pflicht. Und für alle Frauen, die an sich zweifeln und sich nicht trauen – egal was – ein unglaublicher Mutmacher-Film.

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